Ich hab heute auf sueddeutsche.de einen Artikel vom 07.05.2008 zum Thema Hochschulreform gelesen. Darin stand, dass viele Bachelor-Studenten das Gefühl haben, dass die Hochschulen die ersten Jahrgänge als Versuchspersonen für die neuen Studienpläne missbrauchen.
Tatsächlich habe ich auch schon ähnlich Aussagen von Bachelor-Studenten an unserer FH gehört. Ich als Diplom-Studentin kann das nicht wirklich beurteilen, allerdings mache ich mir aber auch Sorgen um den weiteren Ablauf meines Studiums. Natürlich müssen alle Prüfungen bis zum Abschluss des letzten Diplomanden angeboten werden, aber werden dazu auch Vorlesungen gehalten? Werden die letzten Diplomstudenten in kleinen Studiengängen überhaupt die Möglichkeit haben ein Auslandssemester zu machen und damit ein Semester länger zu studieren ohne den Anspruch auf eine ordentliche Betreuung zu verlieren? Schon jetzt gibt es zum Beispiel in der Fakultät Betriebswirtschaft getrennte Internetseiten für Bachelor und Diplom.
Ich hab die Befürchtung, dass durch die Umstellung mindestens ein Jahrgang Diplomanden nicht mehr richtig betreut werden, weil ja alles schon auf Bachelor ausgerichtet ist, und ein Jahrgang Bacherlor-Studenten bei Problemen damit vertröstet wird, dass noch alles neu sei und dass man am Anfang einfach Geduld braucht. Hab nur ich das Gefühl, dass hier etwas schief läuft?
Donnerstag, 15. Mai 2008
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7 Kommentare:
Ich muss auch sagen, dass ich mich als Diplom-Student ein bisschen fühle wie auf dem Abstellgleis. Die FBW-Webseite ist wirklich ein Witz. Andererseits weiß ich nicht, ob die Bachelor-Studenten es wirklich besser haben.
Ich finde auch, dass wir als letzter Diplom-Jahrgang ein bisschen wie der "Bodensatz" behandelt werden. Besonders, wenn man im 3.Semester noch das Praxissemester absolviert hat und sich jetzt wirklich bei den allerletzten Diplomern wieder findet!Ich habe jetzt schon von mehreren Professoren gehört, dass wir doch möglichst alle Prüfungen bestehen sollen, wenn wir nicht die Wiederholungsklausuren ohne Vorlesung schreiben wollen. Weil die wohl danach nicht mehr fr Diplomer angeboten werden. Besonders blöd ist die Situation, wenn man jetzt noch ein Auslandssemester einlegen möchte. Dann hat man quasi die letzten Vorlesungen verpasst und muss schauen, wie man danach zurecht kommt. Eigentlich sehr traurig, dass man nicht die gleichen Möglichkeiten mehr hat, wie die Jahrgänge zuvor. Rutschen wir jetzt jedes Semester an der "Vorlesungsgrenze" entlang und müssen schauen, dass wir nicht zurück fallen?
Ich habe allerdings auch schon von mehreren Bachelor Studenten gehört, dass sie sich ähnlich fühlen. Vorallem weil die Leute im Prüfungsamt und im Dekanat über den Studienverlauf der Bachelors nicht 100%ig bescheid wissen. Die bekommen dann immer solche Antworten wie "also bei den Diplomern ist es so, dann wird das bei euch ähnlich sein".
Kann ja auch nicht das Ziel der Sache sein!
Leider ist es so, dass die Damen und Herren vom Dekanat und vom Prüfungsamt nie wirklich zu 100% bescheid wissen, auch nicht bei den Diplomern.
Zudem werden Studenten meist als lästig empfunden, wobei wir doch eigentlich zahlende Kunden sind. Etwas mehr Service (nur etwas mehr!) wäre wünschenswert.
Ich kann mich der MEinung nicht anschließen, dass Studenten als lästig empfunden werden.
Wenn man den Damen und Herren Dekanen und in den Prüfungsämtern freundlich gegenüber steht sind sie immer gewillt nach einer Lösung zu suchen und ich habe bisher auch immer 100 % richtige Antworten bekommen, auch wenn das bedeutete, dass die oben genannten einige Zeit in diversen Gesetzen nachlesen müssen.
Ich weis, dass im Studiengang Soziale Arbeit für alle Diplomanten weiterhin die Prüfungen gestellt werden und auch Vorlesungen gehalten werden.
Ich bin zwar BAchelor student und klar, der erste JAhrgang ist immer ein wenig Versuchskaninchen, ist ja logisch, aber ndererseits müssen wir dies auch Chance sehen, das, was bei uns nicht so gut läuft, für die zukünftigen Studentn zu verbessern, indem wir unseren Lehrenden gegenüber eine konstrutive Kritik äußern.
Ich weiß, dass im BAchelor Studiengang Soziale Arbeit bereits für die jetzigen Zweitsemester eineige Verbesserungen unternommen wurden.
Zu den Diplomanten kann ich sagen, dass sich die Professoren Mühe geben und ich habe bisher von keinem Student gehört, dass er sich vernachlässigt oder beiseite gestellt fühlt, wenn er um Rat fragte.
Es mag sein, dass das im FB soziale Arbeit nicht so ist, aber als BWLer fühle ich mich persönlich schon ein bisschen unter Druck gesetzt und wenig beachtet.
Vielleicht ist es wirklich ein Fakultäts-internes Problem? Was immerhin nicht so schlimm wäre, wie wenn es die komplette FH betreffen würde!
Also ich denke, dass zumindest was den Studiengang BW an unserer FH betrifft zwischen Diplom und Bachelor eigentlich(!) kein Unterschied sein sollte. Das eigentlich bezieht sich darauf, dass lediglich ein Praxissemester weggefallen ist. dazu irgendwie alles durcheinander geworfen wurde, was im Diplom-Studiengang an Vorlesungen zu besuchen war und schon kommt der neue Studiengang raus. Für die Bachelor Studenten heißt das, dass das Studium schnell durchgezogen werden muss (und das ist nicht als Floskel gemeint), dass Vorlesungen aus 2 Semestern zu einer in einem Semester zusammengepackt werden (warum auch immer - führt nur zum "Bulimi-learning"), dass die Dozenten den Studenten einen Selbstlernanteil aufbrummen, der kaum zu packen ist z.T., usw. , alles im Rahmen des Bologna-Prozesses. Bei manchen Dozenten weiß man auch nicht, ob die sich über diese tiefgreifende Entwicklung im Hochschulwesen selbst mal Gedanken machen oder alles wiederkauen, was sie vorgesetzt bekommen.
Ergo, dass Studium ist nicht mehr die Zeit des forschens und lernen, des hinterfragen und nachdenken sondern wird immer mehr zu einer "Aktion", wo man vorgegebenen Wissen mehr oder weniger auswendig lernen muss, da in diesem straff organisierten Studium keine Zeit mehr bleibt, seinen eigentlichen Interessen aus dem Lehrstoff zu verfolgen bzw. zu vertiefen.
Ein kleines Beispiel aus BW 2. Sem. Bachelor: 6 Klausuren sind zu schreiben, dazu kommt ein AWPF = 7 Klausuren, hinzu kommt allerdings noch ein sogenannter "PC-Führerschein", ein 300 Seiten langes Skript über MS-Office 2003, über welches in Nürnberg (!) ein Test abgelegt werden muss, da man sonst nicht ins 4. Semester kommt (so ist es in der Studienordnung festgelegt, welche ca. 2-3 Monate nach Studienbeginn veröffentlicht wurde!), hinzu kommt noch ein Toefl Test auf Stufe B2, welchen man bis zum Eintritt ins 4. Semester erfolgreich bestanden haben muss, da sonst der Zutritt ins 4. Semester lt. Studienordnung verschlossen bleibt (dieser Test kostet 160€!! und muss in einer größeren Stadt abgelegt werden mit Toefl Büro). D.h., dass man sich auf 9 Klausuren etwa vorzubereiten hat bzw. einstellen muss. Wer da noch letztes Semester eine Prüfung verhauen hat, muss diese bis zum Ende des 2. Semester wiederholt haben.
Also, entspannt studieren kann das alles nicht sein, man steht ständig unter Druck, dass bläuen einem die Dozenten mit einer lakonischen Ausdrucksweise ein mit Verweis auf dem Selbstlernanteil - so verfliegt ein wenig mehr der Spaß am studieren.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es wirklich befriedigend ist ein "Versuchskaninchen" zu sein, nur dass es spätere Semester besser haben. Es ist dein Geld, deine Zeit und deine berufliche Laufbahn mit der die Hochschule hier ihre Probephase finanziert.
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