Mittwoch, 30. April 2008

Ausland als "Zwei-Klassen-Gesellschaft"?

Ich habe letztens im Spiegel gelesen, dass sich auch bei den Studenten, die ein Auslandssemester machen, eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ abzeichnet. Im Klartext: Nur die reichen Studenten können es sich leisten, für Flug, Studienbeiträge, Unterkunft, Bücher, Auslandskrankenversicherung und und und aufzukommen. Den ärmeren Studenten bleibt dagegen gar keine andere Möglichkeit, als an ihrer Heimatuniversität zu bleiben.
Ich bereite mich gerade selbst auf ein Auslandssemester vor und muss sagen: Es ist schon teuer. Allein für mein Visum für die USA sind alles in allem über 150 Euro fällig geworden. Aber die Förderungsmöglichkeiten sind enorm: Von AuslandsBaFöG (das auch Studenten erhalten können, die normalerweise nicht mehr in den Förderrahmen fallen), Stipendien des DAAD, Freiplätze an Partneruniversitäten, Stipendien von verschiedenen Firmen und den einschlägigen Stiftungen wie Konrad-Adenauer-Stiftung oder Friedrich-Ebert-Stiftung. Am fehlenden Geld kann es also meiner Meinung nach gar nicht so sehr liegen, wenn ein Student nicht ins Ausland geht. Ich könnte mir eher vorstellen, dass viele den Aufwand der mit einer solchen Bewerbung verbunden ist scheuen. Übersetzung des Zeugnisses, Motivationsschreiben, Bewerbung bei der Universität, interne Auswahlverfahren an der FH, den ganzen Visa-Kram und natürlich die Sorge, ob die Scheine, die man im Ausland gemacht hat, dann auch anerkannt werden… : Da kommt schon einiges zusammen. Vielleicht ist es dann manchmal doch bequemer, einfach da zu bleiben, wo man schon ist – und das fehlende Geld als Rechtfertigungsgrund anzuführen…

Was mich persönlich aber noch ziemlich nervt: An vielen Unis und FHs in Deutschland ist es üblich, dass Scheine, die im Ausland erworben wurden auf Antrag und nach Prüfung durch die Prüfungskommission anerkannt werden. An der FH Würzburg-Schweinfurt kann man sich dagegen die Scheine (auch wenn es genau das Fach ist, das man in Deutschland auch belegen müsste!!) nur als FWPF anerkennen lassen. Eigentlich unfair, oder?

Dienstag, 29. April 2008

Wie anonym ist die Evaluation wirklich?

Der UniSPIEGEL berichtet über Datenschutz in den deutschen Hochschulen. Darin warnen Datenschützer sogar vor der Auswertung von Evaluationsbögen, die handschriftlich von den Studenten ausgefüllt wurden. "Es gibt Beispiele, wo massiv Druck auf Hochschüler ausgeübt wurde", sagt Heinrich Schullerer, der oberste Datenschützer der baden-württembergischen Unis.
Daran habe ich auch schon gedacht, als ich zuletzt evaluiert habe und mein Bogen dann mit nicht einmal zehn anderen in den Händen des Professors landete. Andererseits bin ich froh, wenn ich überhaupt die Möglichkeit zur Evaluation habe. Aber ein wirklich anonymer und sicherer Bogen wäre schon besser. Habt ihr nach der Evaluation schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht?