Dienstag, 27. Mai 2008

Hochschulstandort in Gefahr

Eine Würzburger Bürgerinitiative hat einen Bürgerentscheid gegen den FH-Neubau in die Wege geleitet.
Ein alarmierendes Signal für Würzburg und seine Studenten! Die Bürgerinitiative behauptet, es gebe in den Leighton Barracks eine Ausweichmöglichkeit für den Bau.
Die Frage ist nur: wann? Die FH braucht den Neubau besser heute als morgen.
Sollte der Bürgerentscheid den FH-Neubau verhindern, haben tausende Studenten in Würzburg ein Problem: Die Planungen für den Standort "Sanderheinrichsleitenweg" sind abgeschlossen, die Finanzierung ist gesichert (der Landtag hat die nötigen 29 Mio. Euro bereits bewilligt), der Bau kann beginnen. Bei einem Scheitern würde die Planung von vorne losgehen.
Tatsache ist: Der geplante Standort ist ein Acker, keine grüne Wiese, kein Park, kein Wald, sondern ein Acker! Der Standort ist nicht im Alandsgrund, egal wie oft die Bürgerinitiative es auch behauptet. Auf die Stadt kämen Regressforderungen des Freistaats in Millionenhöhe zu - Geld, das Würzburg nicht hat.
Aron Schuster, RCDS-Mitglied und Würzburger Stadtrat: "Das ist ein Hilferuf der Studenten, schnellstmöglich vernünftige Studienbedingungen zu schaffen."
Der Stadtrat hat heute mit einer großen Mehrheit einen Gegenentwurf zum Bürgerentscheid beschlossen. Im Juli haben die Würzburger daher die Möglichkeit, auch für den FH-Neubau abzustimmen.

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Montag, 26. Mai 2008

Noten für die Professoren

Spätestens seit der Einführung der Studiengebühren gewinnt der Qualitätsbegriff auch an den Hochschulen immer mehr an Bedeutung. Eigentlich gibt es mit der Evaluation der Lehre auch eine gutes Mittel um Stärken und Schwächen der einzelnen Vorlesungen, aber auch der ganzen Hochschule zu messen. Leider ist die Qualität der Evaluation an unsere FH, sehr stark von den einzelnen Fakultäten abhängig. Wenn ich an die letzten Semester denke war es so, dass die Professoren meist in einer der letzten Vorlesungen den Fragebogen ausgeteilt haben. Im besten Fall haben sich die Professoren in der nächsten Vorlesung über "schlechte" Bewertungen beschwert, im schlimmsten und meisten Fall wurde nicht mehr darüber gesprochen. Das ist nicht der Sinn einer Evaluation. Sinnvoll durchgeführt soll über die Ergebnisse diskutiert werden und diese in einer Zielvereinbarung enden.

Laut Bayerischem Hochschulgesetz (BayHSchG) ist der Studiendekan für die Durchführung der Evaluation zuständig. Leider sind aber die weiteren Regelungen im Gesetz sehr offen formuliert, sodass jede Hochschule und eigentlich jede Fakultät ihre eigenen Regeln aufstellen kann. Sinnvoll wäre eine regelmäßige Evaluation mindestens einmal pro Jahr, besser einmal pro Semester die auch von einer externen Evaluation in größeren Abständen ergänzt werden sollte. Außerdem sollten die Ergebnisse einheitlich veröffentlicht werden. Zur Erreichung der Ziele müssen den Lehrenden Hilfestellungen (z. B. Fortbildungen) angeboten werden und beim verfehlend der Ziele muss es Konsequenzen geben. Nur so sind Evaluationen eine Möglichkeit zur Qualitätssicherung.

Über den Datenschutz im Rahmen der Evaluation wurde hier schon diskutiert. Ein anderes Problem ist leider, dass Studenten und Professoren den Sinn einer Evaluation nicht verstehen. Studenten rechnen dann mit Professoren ab die sie nicht leiden können und Professoren fühlen sich persönlich angegriffen. Vermutlich kennt jeder Student solche Situationen.

Die Zuständigkeit des Studiendekans hat aber auch den Vorteil, dass der Fakultätsrat über die Durchführung der Evaluation diskutieren und interene Regeln aufstellen kann. Damit liegt die Verantwortung bei euren gewählten Fakultätsräten die Evaluation der Lehre zu thematisieren und Missstände anzusprechen.

Der RCDS setzt sich für einheitliche Mindeststandards bei der Evaluation ein.

Samstag, 24. Mai 2008

Studenten sparen bares Geld

2004 entschied der bayerische Landtag, dass Kommunen eine Zweitwohnungssteuer erheben dürfen. Diese muss zahlen, wer in einer Gemeinde nur einen Zweitwohnsitzt angemeldet hat, tatsächlich aber woanders lebt. Der Gesetzgeber dachte dabei eigentlich an Reiche, die sich in touristisch geprägten Gegenden eine Ferienwohnung leisten. Doch auch Studenten haben häufig ihren Hauptwohnsitz noch in ihrer Heimatgemeinde, um in Vereinen oder der Kommunalpolitik aktiv bleiben zu können, und sind am Studienort nur als Zweitwohnsitz gemeldet. Etliche Hochschulstädte führten bald die Steuer ein und diese Studenten mussten zahlen.
Der RCDS-Landesverband hat diesen Missstand im letzten Jahr thematisiert. So konnte der RCDS den Landtagsabgeordneten Christian Meißner als Unterstützer gewinnen. Nach schweißtreibender Überzeugungsarbeit ist es dem RCDS dann gelungen, die CSU-Fraktion im Landtag auf seine Seite zu ziehen. So sprach sich tatsächlich in diesem Jahr die CSU dafür aus, Auszubildende, Schüler und Studenten von der Steuer auszunehmen. Die rechtliche Umsetzung dieses Beschlusses durch die Staatsregierung ist so gut wie sicher. Studenten sparen so bares Geld!

Freitag, 23. Mai 2008

zu: FH-Studenten weniger wert?

Am vergangenen Wochenende trafen sich die RCDS-Gruppen aller bayerischen Hochschulen zu ihrer Landesdelegiertenversammlung. Neben der Neuwahl unseres Landesvorstands wurden viele hochschulpolitische Themen besprochen.
Auf den Antrag des RCDS an der FH Würzburg-Schweinfurt ist es jetzt offiziell die Forderung des bayerischen Landesverbands, dass die Vergütungshöchstgrenze für studentische Hilfskräfte an FHs in Höhe von 5,58 Euro an die Grenze der übrigen Hilfskräfte in Höhe von 8,02 Euro angepasst wird.
Wir werden das Thema jedenfalls weiter verfolgen und uns intensiv für diese Anpassung einsetzen. Nachdem wir jetzt den bayerichen Landesverband im Rücken haben, will ich hoffen, dass wir diesen Missstand öffentlich thematisieren können.

siehe auch: FH-Studenten weniger wert?

Donnerstag, 22. Mai 2008

Das Ende der "Generation Praktikum"?

Jahrelang wurde unsere Generation als "Generation Praktikum" belächelt und bemitleidet. Ich habe in den letzten Wochen einige Erfahrungen gemacht, die endlich auf ein Ende dieser Zeit hindeuten. Ich mache mein Praktikum gerade bei Super RTL in Köln. Der Sender hat zur Zeit 11 Praktikanten und ca. 60 studentische Aushilfen bei insgesamt nur ca. 180 Mitarbeitern. Zwar haben die meisten Praktikanten dort ihr Studium bereits abgeschlossen, aber es gibt wohl eine starke Veränderung. Der Sender beklagt sich darüber, dass seit einiger Zeit immer weniger Bewerbungen für Praktikumsstellen eingehen und diese qualitativ auch noch schlechter werden.
Meiner Meinung nach könnte das zum einen daran liegen, dass durch den Bachelor weniger Pflichtpraktika anfallen, aber wahrscheinlicher ist doch, dass Absolventen schneller eine Festanstellung finden. Ich finde das ist doch mal eine gute Nachricht! Wenn jetzt sogar der Medienbereich über einen beginnenden Praktikantenmangel klagt, müssten doch viele Studenten ähnliche Erfahrungen machen, oder?

Dienstag, 20. Mai 2008

Exzellente Lehre auch bei uns

"20 Prozent sind einfach gut. Bei 20 Prozent sind Hopfen und Malz verloren. Aber gut 60 Prozent könnten lernen, wie man lehrt." So lautet das Urteil von Rolf Sethe, Juraprofessor an der Uni Halle, über seine Professorenkollegen.Wie exzellente Lehre erreicht werden kann, zeigt heute faz.net an positiven Beispiel auf: Professoren, die sich freiwillig von Kollegen kontrollieren lassen, Didaktikseminare und Preise für erstklassige Lehre können ein Schritt in diese Richtung sein.

Der RCDS in Bayern hat sich am vergangenen Wochenende bei seiner Landesdelegiertenversammlung für eine Exzellenzinitiative der Lehre ausgesprochen. Während die bestehende Exzellenzinitiative Universitäten aufgrund ihrer erstklassigen Forschung zu Eliteuniversitäten ernennt, kommt die Lehre bislang zu kurz. Dabei ist gerade die Lehre für uns FH-Studenten der wichtigste Faktor.

Erfreulich, dass gerade ein Professor unserer FH das "Zertifikat Hochschullehre Bayern" erhalten hat, das eine "universelle Aus- und Fortbildung im bereich der Didaktik" nachweist. Herzlichen Glückwunsch, Herr Professor Bradl, hoffentlich finden Sie Nachahmer!

Mehr zur Landesdelegiertenversammlung des RCDS in Bayern folgt in den nächsten Tagen.

Montag, 19. Mai 2008

GEZ. Schon gezahlt?! – Aber muss ich das überhaupt?

Viele von euch werden wohl auch schon öfters die hellgrünen Briefe der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Briefkasten gefunden haben, mit der Aufforderung einen gerätebezogenen Obolus zu zahlen. Dass diese Gebühren sinnvoll sind, steht außer Frage, erfüllen die Anstalten doch einen Bildungsauftrag und gewährleisten die Meinungsfreiheit und -vielfalt in unserem Staat. Aber als Student wird der Geldbeutel schon sehr durch Studienbeiträge und steigende Wohnungs- und Energiekosten belastet.

Meiner Meinung nach muss das System der gerätebezogenen Gebühren deshalb dringend überdacht werden. Es wäre sinnvoll, die Gebühren an die Person und nicht an das Gerät zu binden, sozusagen eine ‚Medienabgabe’. Niemand wird mehrfach belastet und nur Bürger mit Einkommen würden zur Finanzierung herangezogen werden. Als Student wäre man bis zum Berufseintritt von der ‚Medienabgabe’ befreit.

Bafög-Empfänger haben es übrigens gut: Die können sich schon jetzt für die Dauer des Studiums von den Gebühren offiziell befreien lassen. Für die anderen bleibt zu hoffen, dass bald Bewegung in diese Sache kommt.

Freitag, 16. Mai 2008

Der Weg aus der Steinzeit

Das neue Infoboard der Fakultät BW ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: mehr Informationen und Service für die Studenten. Aber eben nur ein kleiner Schritt. Prinzipiell halte ich nichts von Insellösungen, dass also alle Fakultäten im Internet ihr eigenes Süppchen kochen. Wie es auch anders gehen kann, zeigt die HDM Stuttgart. Zwar sind die meisten Funktionen nur angemeldeten Benutzern (logisch: Studenten eben) vorbehalten, doch lassen Menüpunkte wie "Persönlicher Stundenplan", "Stundenplanänderungen", "Selbstbedienungsfunktionen", "Raumbelegungspläne", "Dozentenpläne" und "HDMCard" schon erahnen, dass dort ein anderes Lüftchen weht und das Internet nicht als nervige Pflichtveranstaltung, sondern als Service- und Informations-Kanal verstanden wird.
Was denkt ihr, welche Funktionen könnte unsere FH am dringendsten brauchen? Wie schafft unsere FH den Weg aus der Internet-Steinzeit?

Donnerstag, 15. Mai 2008

Bachelor vs. Diplom

Ich hab heute auf sueddeutsche.de einen Artikel vom 07.05.2008 zum Thema Hochschulreform gelesen. Darin stand, dass viele Bachelor-Studenten das Gefühl haben, dass die Hochschulen die ersten Jahrgänge als Versuchspersonen für die neuen Studienpläne missbrauchen.
Tatsächlich habe ich auch schon ähnlich Aussagen von Bachelor-Studenten an unserer FH gehört. Ich als Diplom-Studentin kann das nicht wirklich beurteilen, allerdings mache ich mir aber auch Sorgen um den weiteren Ablauf meines Studiums. Natürlich müssen alle Prüfungen bis zum Abschluss des letzten Diplomanden angeboten werden, aber werden dazu auch Vorlesungen gehalten? Werden die letzten Diplomstudenten in kleinen Studiengängen überhaupt die Möglichkeit haben ein Auslandssemester zu machen und damit ein Semester länger zu studieren ohne den Anspruch auf eine ordentliche Betreuung zu verlieren? Schon jetzt gibt es zum Beispiel in der Fakultät Betriebswirtschaft getrennte Internetseiten für Bachelor und Diplom.
Ich hab die Befürchtung, dass durch die Umstellung mindestens ein Jahrgang Diplomanden nicht mehr richtig betreut werden, weil ja alles schon auf Bachelor ausgerichtet ist, und ein Jahrgang Bacherlor-Studenten bei Problemen damit vertröstet wird, dass noch alles neu sei und dass man am Anfang einfach Geduld braucht. Hab nur ich das Gefühl, dass hier etwas schief läuft?

Mittwoch, 14. Mai 2008

Deutschland sucht den Horror-Hörsaal

Nach einem sonnigen Pfingstwochenende, an dem ihr hoffentlich alle gegrillt habt und ihm Biergarten das Wetter genossen habt. widmen wir uns heute den dunklen Seiten des Studentenlebens. Deutschland sucht den Horror-Hörsaal. Defekte Lautsprecher, flackernde Lampen, Stühle mit der Lizenz zum Bandscheibenvorfall? Oder doch lieber die heraushängenden Steckdosen mit offenen Kabeln? Wo sind die Studienbedingungen besonders schlimm? Am Röntgenring, bei den Gestaltern, in Schweinfurt oder doch in der Münzstraße? Ich bin gespannt, welche Horrorgeschichten ihr zu erzählen habt!

Dienstag, 13. Mai 2008

Ciao, Guevara!

UniSPIEGEL auf spiegel.de berichtet heute über eine Plakat-Kampagne des RCDS-Bundesverbands. Unter dem Motto "Ciao, Guevara!" wird mit Mythen und Legenden rund um den kubanischen Revolutionär Che Guevara aufgeräumt. Die wenigsten Studenten dürften wissen, dass der auf Millionen T-Shirts pathetisch in die Ferne blickende Che "als Leiter des kubanischen Gefängnisses La Cabaña die Erschießung mehrerer hundert Menschen zu verantworten" hat, während seine Wirtschaftspolitik für Hunger und Elend gesorgt hat. "Die Diskrepanz zwischen dem, was der Mann getan hat und wie er dargestellt ist, ist riesig", sagt das ehemalige Mitglied im RCDS-Bundesvorstand Benedikt Brunner (Uni Eichstätt).

Freitag, 9. Mai 2008

Haben unsere Professoren das verdient?

Kaum ein Student wird sich vorstellen können, was unsere Professoren verdienen. Sicher denken die meisten an den Professor als Großverdiener, der bis zur Pension abgesichert ohne Sorgen leben kann.
Daher ein kurzer Blick auf die Besoldungstabellen. Nach der letzten Reform der Professorenbesoldung vor über 3 Jahren ist die Gehaltshöhe unabhängig vom Lebensalter, sondern wird - zumindest theoretisch - an die Leistung angepasst. Das Grundgehalt liegt bei Universitätsprofessoren in die Gehaltsgruppe W3 bei 4.723,61 Euro. FH-Professoren in der Gruppe W2 erhalten 3.890,03 Euro - jeweils zuzüglich der Leistungszulagen. Allerdings trifft das nur diejenigen, die nach dem 1.1.2005 eingestellt wurden. Die anderen erhalten weiter ihre C-Besoldung, deren Höhe mit dem Lebensalter ansteigt.
Auf uns Studenten, die wir vielleicht BaFöG, vielleicht nicht, bekommen, klingt das gut. Die Frage ist nur: Ist ein solches Gehalt für die Spitzenköpfe in Wissenschaft und Wirtschaft überhaupt hoch genug, damit sie sich zumindest ernsthaft überlegen, eine Professur anzustreben? Im internationalen Vergleich jedenfalls sind deutsche Professoren Geringverdiener.
Was denkt ihr? Kann eine FH mit 3.890,03 Euro überhaupt im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen? Schließlich konkurriert auf die FH Würzburg-Schweinfurt nicht nur mit der FH Aschaffenburg, sondern mit Hochschulen und Unternehmen aus aller Welt.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Würdest du der FH Geld spenden?

Nein, das ist kein Spendenaufruf, sicher nicht. Ich spreche nicht von heute, sondern von übermorgen. Würdest du in zwanzig Jahren, wenn du mitten im Berufsleben stehst, Geld an deine ehemalige FH spenden?
Das Fundraising, also Spendensammeln, unter den Alumni einer Hochschule ist in Deutschland nur sehr schwach ausgeprägt, anders als in den USA. Natürlich gibt es hier anders als dort keinen Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Hochschulen. Und ich will auch gar nicht an der öffentlichen Finanzierung der deutschen Hochschulen rütteln. Aber Spenden können eine wertvolle Ergänzung zu staatlichen Geldern sein.
Doch wie bringt man Absolventen dazu, Alumni zu werden? Und wie bringt man Alumni dazu, Geld zu spenden? Das ist natürlich nicht leicht. Und ich weiß, dass es in einigen Fakultäten der FH schon derartige Ansätze gibt. Aber das reicht bei weitem nicht. Aus meiner heutigen Sicht halte ich es für relativ unwahrscheinlich, dass ich der FH Geld spenden würde. Da würde ich eher an mein altes Gymnasium denken. Dort war auch nicht alles ideal, aber mein traditionsreiches und -bewusstes Gymnasium hat es geschafft, dass ich mich damit identifiziere. Noch dazu findet alle fünf Jahre ein Treffen aller noch lebenden ehemaligen Schüler statt, eine Veranstaltung, die geradezu emotional aufgeladen ist und seit über 150 Jahren Kultstatus besitzt.
Aus Marketing-Sicht und aus der Perspektive eines Customer-Relationship-Managements kann es besser nicht sein!
Doch muss sich die FH, wenn sie das wertvolle Potential, das jedes Jahr das Studium absolviert und in das Berufsleben einsteigt, nicht verlieren will, anstrengen. Es reicht nicht, wenn ich in zwanzig Jahren einen Spendenbrief erhalte. Die Bemühungen müssen heute anfangen. Nur eine Hochschule, an der man sich als Student wohlgefühlt hat, wird Erfolg haben.
Eine Hochschule, deren Leitbild die Hochschulleitung ignoriert nicht genügend verinnerlicht, die Professoren nicht kennen und die Studenten nicht erleben, wirkt niemals identitätsstiftend.

Studenten, die heute durch eine unflexible Verwaltung und schlechte Lehre vergrault werden, sind als Alumni für immer verloren. Daher ist der Ruf nach dem Studenten als "Kunden der Hochschule" vielleicht für die Hochschulleitung nervtötend, für die Zukunft der FH ist er essentiell.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Schluss mit dem Ausweis-Chaos!

Jedes Jahr spätestens ab der Hälfte des Semesters das gleiche Problem: Der Studenten-Ausweis ist zerknittert, dreckig, schmuddelig und kaum mehr zu entziffern. In kaum einen Geldbeutel passt der „Lappen“ ganz rein, so dass immer ein Stückchen übersteht, was den Studi-Ausweis leider nicht gerade ansehnlicher macht. Wenn der Ausweis überhaupt noch Platz findet im Geldbeutel: Denn zwischen Mensakarte, Kopierkarte, Zugangskarte zu den PC-Pools und eventuell noch Hochschulsport-Karte und Kraftraumkarte wird’s ganz schön eng im Portemonnaie…
Studenten an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt oder an der Uni Ulm haben diese Probleme nicht. Bei ihnen gibt es Multifunktionskarten, die all unsere Einzelausweise ersetzen. Eine praktische Chipkarte mit Namen und Foto drauf, die dann sowohl als Studentenausweis, Druckkarte, Kopierkarte, Fahrkarte für den Nahverkehr, Mensakarte, Bibliothekskarte und Hochschulsportausweis gilt. Schluss mit dem „Ausweischaos“! Das wäre doch auch an unserer FH klasse, oder?

Dienstag, 6. Mai 2008

FH mittelmäßig bis schlecht

Das kontrovers diskutierte CHE-Hochschul-Ranking ist seit heute aktualisiert. Die Studie des Centrums für Hochschulentwicklung untersucht die Qualität von Studiengängen deutscher Hochschulen auf der Grundlage der Befragung von Studenten und Professoren.

Für den Untersuchungszeitraum 2008/2009 wurden an der FH Würzburg-Schweinfurt die Fächer BWL, Medienmanagement, Soziale Arbeit und Wirtschaftsinformatik neu gerankt. Das Ergebnis dürfte bei der Hochschulleitung kaum Anlass zu Jubel und Heiterkeit geschweige denn zu überhaupt einer Reaktion sein. Daher hier kurz zusammengefasst:

  • Wirtschaftsinformatik: Mittelgruppe
  • Soziale Arbeit: Schlussgruppe
  • BWL: Schlussgruppe
  • Medienmanagement: Mittelgruppe

Die Studiengänge werden hierbei mit anderen Hochschulen verglichen. Unterscheidet sich die Bewertung statistisch bedeutsam vom Mittelwert aller Hochschulen, wird ein Studiengang entweder der Spitzen- oder Schlussgruppe, ansonsten der Mittelgruppe zugeordnet.

Hilfe, mein Geld verschwindet!

Wie die FH schon vor längerer Zeit informierte, wird ein Teil der Studienbeiträge den Studenten automatisch als Druckkontingent zur Verfügung gestellt. Da ich nicht alle meine Skripten ausdrucken wollte und auch sonst eher selten vom Drucker Gebrauch gemacht habe, hatte ich schon mal am Semesterende noch ein paar Euro übrig - mein Geld, dass ich zuvor in Form von Studienbeiträgen eingezahlt hatte. Leider musste ich auf einem Aushang lesen, dass ein Restbetrag nicht ins nächste Semester übernommen werden könne. Natürlich fand ich unter meinen Kommilitonen Abnehmer für mein Druckkontingent. Trotzdem frage ich mich, wohin verschwindet das Geld, wenn es verfällt? Es wurde eingezahlt, aber niemals verwendet. Ich will gar nicht kleinlich sein, aber ich gehe davon aus, dass schon ein paar Euro zusammenkommen werden, wenn man alle verfallenen Druckkontingente zusammenzählt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so ein großes technisches Problem darstellt, den Restbetrag einfach ins nächste Semester zu übernehmen. Das wäre nicht nur studentenfreundlicher, sondern würde die FH auch vom Verdacht einer ungerechtfertigten Bereicherung befreien. Geld, das verfällt, dient jedenfalls nicht der Verbesserung der Lehrbedingungen, wie es das Gesetz fordert.

Montag, 5. Mai 2008

Schämt sich der FH-Präsident für seine Studenten?

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an eine Unterschriftenliste, in die sich die FH-Studenten vor einiger Zeit eintragen konnten, um ihre Unterstützung für den dringend nötigen Neubau der FH auszudrücken. Die Unterschriftenaktion wurde vom Studentischen Konvent beschlossen und durchgeführt.
700 Studenten haben sich dann innerhalb weniger Wochen eingetragen. Vor dem Hintergrund, dass Fachschafts- und Konventsmitglieder in ihrer Freizeit vor den Hörsälen standen, um die Unterschriften zu sammeln, ist das nicht gerade wenig.
Am 9. April wurden die Unterschriftenlisten dann an Staatsminister Dr. Thomas Goppel übergeben.
Dann kam erstmal eine ganze Zeit lang nichts. Die Pressesprecherin der FH war zwar bei der Übergabe anwesend und schoss auch ein, zwei Fotos. Doch das große Echo blieb aus. Jedem war bewusst, dass eine solche Unterschriftensammlung immer nur symbolischen Wert hat. Aber ein solches Symbol verpufft, wenn niemand davon Wind bekommt.
In der Presse stand jedenfalls nichts darüber.
Ich habe daher vor einigen Tagen bei der Pressesprecherin nachgefragt, ob überhaupt eine Erklärung oder ein kurzer Bericht an die Presse gegeben wurde. Das verneinte sie. Das sei Sache der Studenten.
Heute lag in meinem Briefkasten ein Schreiben von FH-Präsident Prof. Dr. Heribert Weber. Darin nimmt er Bezug auf meine Nachfrage bei der Pressestelle und informiert, "dass eine solche Berichterstattung bewusst unterblieben ist, da sich in die (...) Listen 'nur' ca. 700 Studierende eingetragen haben. Dies erscheint uns bei über 4500 an der Abt. Würzburg eingeschriebenen Studierenden und der durch die Bürgerinitiative gesammelten fast 6000 Unterschriften als nur bedingt 'werbewirksam'."
Tatsächlich hat eine Würzburger Bürgerinitiative, die sich gegen den geplanten FH-Neubau richtet, vor kurzem 6000 Unterschriften bei der Stadt Würzburg abgegeben. Das sind jedoch gerade mal etwas mehr als 5% der wahlberechtigten Würzburger.
Dagegen haben immerhin mehr als 15% der FH-Studenten auf der Konventsliste unterschrieben.
Dass der FH-Präsident und die Hochschulleitung der FH bislang ein glückliches Händchen mit "werbewirksamen" Aktionen gehabt hätten, wäre mir jedenfalls neu. Wenn der Konvent nichts getan hätte, hätte sich gar nichts getan.
Dieses Statement von Prof. Dr. Weber ist jedenfalls nichts weniger als ein Schlag vor den Kopf aller Studenten, die unterschrieben haben.

Sonntag, 4. Mai 2008

Noten nur auf Anfrage

Vor einigen Wochen lag in meinem Briefkasten mein neuer Studentenausweis. Schön eigentlich. Erst später ist mir aufgefallen, dass bisher immer ein Notenbogen dabei lag. Im Gegensatz zu diesem Semester. Natürlich hatte ich meine Noten schon im Internet lesen können. Das Problem ist nur: Dort heißt es, die Notenauskunft im Internet sei keine "offizielle, autorisierte, rechtsverbindliche Notenbestätigung". Um die Noten den Eltern zu zeigen, reicht das zwar. Für eine Bewerbung oder für ein Stipendienprogramm aber ist das ein Witz. Ich habe daraufhin bei der zuständigen Dame im Prüfungsamt angerufen. Sie schickte mir zwar einen offiziellen Notenbogen mit der Post zu. Aber die Begründung, warum das nur auf Nachfrage passiert, hat mich wirklich schockiert: "Aus Personalmangel und vielleicht auch um Geld zu sparen".Kann es das sein? Wofür zahle ich eigentlich einen Verwaltungskostenbeitrag, wenn ich nicht einmal mehr eine rechtsverbindliche Notenauskunft erhalte? Sind davon eigentlich alle Studenten betroffen?

FH-Studenten weniger wert?

Als ich davon gelesen habe, dachte ich erst an einen Scherz: Wer als studentische Hilfskraft an einer FH arbeitet, verdient deutlich weniger als seine Kollegen an den Universitäten. Maximal 5,58 Euro sind das an der FH, maximal 8,02 Euro dagegen an den Unis. Und nicht nur dort, auch an Kunsthochschulen, Musikhochschulen und technischen Hochschulen gilt die 8,02-Euro-Grenze. Festgelegt wird das durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Ich will erst gar nicht versuchen, nach irgendwelchen Gründen dafür zu suchen. Es wird sie nicht geben. Abgesehen von der Geringschätzung der Fachhochschulen in weiten Teilen der Politik, Wissenschaft und der Medien. So groß können die Unterschiede in der tatsächlich geleisteten Arbeit gar nicht sein. Warum lassen wir FH-Studenten uns das eigentlich gefallen?

Der RCDS an der FH Würzburg-Schweinfurt versucht, das Thema über den RCDS-Landesverband an die Öffentlichkeit zu bringen. Mit einem Antrag bei unserer Landesdelegiertenversammlung wollen wir uns klar für eine Angleichung aussprechen.