Montag, 2. Juni 2008

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Die Möglichkeiten als Student direkt an wichtigen Entscheidungen der Hochschule teilzunehmen sind sehr gering. Umso erstaunlicher ist es, dass die wenigen Chancen von so wenigen Studenten genutzt werden. In einer Probelehrveranstaltung stellen sich Bewerber für eine Professur vor und werden auch von den Studenten bewertet. In jedem Berufungsausschuss sitzt ein studentischer Vertreter und gegen dessen Willen wird kein Professor berufen. In meiner Zeit als Fakultätsrätin war ich Mitglied in drei Berufungsausschüssen und das schlimme war, dass die meisten Probevorlesungen ohne Studenten stattgefunden haben. Das ist zum einen blöd für den Bewerber, der seine Vorlesung auf Studenten ausgerichtet hat. Es ist blöd für den studentischen Vertreter, weil er keine Referenzmeinungen hat und es ist irgendwie auch peinlich für die Fakultät.

Man kann sich nicht über unfähige Professoren beschweren und dann eine solche Chance zur studentischen Mitbestimmung ungenutzt lassen. Natürlich sind Probelehrveranstaltungen zusätzliche Zeit, die man schön im Park verbringen könnte, natürlich haben wir alle viele Vorlesungen und ein ganzer Tag zum gleichen Thema ist echt langweilig, aber was spricht dagegen sich wenigstens eine Vorlesung anzuhören?

2 Kommentare:

Johannes Liebmann hat gesagt…

Ich fand die Probevorlesungen meistens ganz interessant. Nur wenn man merkt, dass Kandidaten eingeladen wurden, die nicht für die Lehre geeignet sind, wird es wirklich anstrengend.

Drunken Master hat gesagt…

Die Professoren müssten es einfach mal ankündigen, dass Probevorlesungen stattfinden. Also ICH zumindest bekomme davon nie etwas mit. Ich würde mich hin und wieder auch dazugesellen... wenn ich nur davon wüsste.